Chronik der Marktgemeinde Seckau

Die Lage und Entstehung Seckaus


Lage
Seckau liegt am Südabhang der Niederen Tauern, auf einer Hochfläche zwischen 800 und 1000m Höhe. Im Norden, als Ausläufer der Niederen Tauern, die Seckauer Hochalm (1861 m); im Süden erstreckt sich von Osten nach Westen der Forst und der Tremmelberg (1195 m), während sich gegen Osten zum Murtal hin ein herrliches Panorama bietet. Im Nordwesten befindet sich mit 2398 m Höhe der Seckauer Zinken, weiter im Westen kann man den Ringkogel (2278 m) und den Pletzen (2342 m) sehen. Diese Berge waren in der Eiszeit vergletschert, davon zeugen heute noch schöne Kare mit Karseen.

Früh- und Siedlungsgeschichte
Um 400 v. Chr. dringen von Westen her (aus Gallien) Kelten in den Alpenraum, so auch in unsere Gegend. Leider gibt es aber aus dieser Zeit, wie auch aus der Römerzeit in Seckau selbst keine Funde. Nach erfolgter Christianisierung werden in einigen Orten der Umgebung Kirchen gebaut, so auch im benachbarten Kobenz (860).

Der Name Seckau begegnet uns urkundlich erstmal 1142. In einer von Erzbischof Konrad I. von Salzburg ausgestellten Urkunde heisst es: "in loco Seccowe". Eine Legende besagt, dass sich der Name "Seckau" auf das lateinische "secare" (= schneiden) bezieht und bezeichnet damit die Rodungsart durch Holzschlag. Diese Erklärung kann aber wissenschaftlich nicht aufrechterhalten werden. Der Name soll ehr aus dem slawischen "zegova" (= Platz der Brandrodung) stammen.
Das Stift Seckau wird für die von Adalram von Waldeck begründeten Augustiner Chorherren (Sankt Marein bei Knittelfeld 1140) ins stille Seckau verlegt (1142). Nach einigen Jahren kommt es auch zur Gründung eines Chorfrauenstiftes. Im Jahr 1218 wird die Diözese Seckau mit Bischofssitz gegründet. 1259 vernichtet ein Brand das Klostergebäude. 1491 wird das Chorfrauenstift und 1782 das Chorherrenstift aufgelassen.

Am 21. August 1660 besucht Kaiser Leopold I. das Stift Seckau und verleiht dem Ort Seckau das Marktrecht. Im gleichen Jahr lässt der Stiftsdekan auf seine eigenen Kosten auf der Hochalm eine Kapelle für die Almhüter (Senner) erbauen.

1661 wird eine neue Hoftaverne "Hofwirt" von Meister Peter Franz Carlon erbaut.

Als 1714 auch im Raum des Bezirkes Knittelfeld die Pest wütet, gelobt die Marktgemeinde alljährlich zu Maria Heimsuchung (2. Juli) auf die Hochalm zu wallfahren. Dieser Brauch wird bis heute beibehalten, jedoch am 1. Sonntag nach dem 2.Juli durchgeführt.

1715 wird mit der Errichtung der Pestsäule am Zellenplatz begonnen.

Seit 1883 ist das Kloster im Besitz der Beuroner Benediktiner, sie gründen auch eine Abteischule (heute: Abteigymnasium mit Öffentlichkeitsrecht).
Am 26. Mai 1886 stürzt der Nordturm der Basilika ein. Daraufhin wird auch der Südturm abgetragen.

Beide Türme (Höhe: 47,5 m) werden zwischen 1891 und 1893 unter dem Gründerabt Ildephons Schober wieder aus Seckauer Sandstein errichtet.

Während der NS-Herrschaft wird 1940 das Kloster aufgehoben, kann aber 1945 wieder von den Benediktinern in Besitz genommen werden. Das Stift gilt als eines der schönsten Baudenkmäler im romanischen Stil in Mitteleuropa und gehört wegen seiner alten bis zu modernen Kunstwerken zu den bedeutendsten Klöstern Österreichs.

Seckau gilt auch seit dem 12. Jahrhundert als Wallfahrtsort. In einer Seitenkapelle wird das Gnadenbild "Unsere liebe Frau" verehrt.

Besondere Sehenswürdigkeiten im Inneren der Stiftskirche:

  • Die Bischofskapelle (14. Jhd.)
  • Die Sakramentskapelle
  • Das Mausoleum Erzherzog Karls II. (Spätrenaissance)
  • Die Engelskapelle mit berühmten Fresken von H. Boeckl
  • Der Kaisersaal
  • Der Huldigungssaal
 
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